Wie ein Hörspiel entsteht

Die KNAX-Reporter im Hörspielstudio bei Aufnahmen zu "Die Fünf Freunde"

Hörspiele zu hören ist einfach schön und auch toll bequem. Man muss nämlich eine Geschichte nicht selbst lesen, sondern bekommt sie vorgelesen.

Und wie entsteht so ein Hörspiel?

Unsere KNAX-Reporter Didi und Dodo haben einmal bei EUROPA vorbeigeschaut. EUROPA macht seit über 55 Jahren Hörspiele. Darunter so erfolgreiche wie die „Die drei ???“, „Hanni und Nanni“, „TKKG“, „Teufelskicker“, „Punkies“ oder „Hui Buh“. Einige davon kennst du bestimmt auch. Didi und Dodo haben die „Fünf Freunde“ im Tonstudio besucht, wo sie bereits ihre 150. Folge aufnehmen. Sie heißt „Fünf Freunde und der Verrat auf dem Hausboot“ und erscheint am 21. Oktober 2022 als extralange Jubiläums-Episode.

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Schritt 1

Wenn man aus einem Buch ein Hörspiel machen will, kann man nicht einfach nur die Sätze aus dem Buch übernehmen, sondern es muss eine ganze Menge umgeschrieben und umgearbeitet werden. Dazu wird ein sogenanntes Manuskript erstellt. Dort stehen alle Sätze drin, die später gesprochen werden. Und es gibt Regieanweisung für die Sprecher, wie deren Figuren dargestellt werden sollen.

Die Geschichten der „Fünf Freunde“ wurden von der englischen Kinderbuchautorin Enid Blyton geschrieben. Sie ist aber schon vor langer Zeit gestorben. Deswegen schreiben jetzt andere die Hörspielgeschichten. „Fünf Freunde und der Verrat auf dem Hausboot“ wurde von dem Autor Christian Gailus geschrieben. Gemeinsam mit Hilla Fitzen, der Redakteurin bei EUROPA, entwickelt er die Ideen und Geschichten. Sie überlegen auch, welche Geräusche man braucht, damit die Geschichte möglichst echt klingt. Zum Beispiel einen Staubsauger, Wellen oder den Motor des Hausboots. Dafür gibt es entweder fertige – auf Computern oder CD abgespeicherte – Geräusche, oder das Team engagiert später einen Geräuschemacher. Am Ende liest Hilla noch einmal das Manuskript, macht Korrekturen und schickt alles zur Abstimmung an den Hachette Verlag in England. Du siehst: So ein Manuskript ist Teamarbeit!

Schritt 2

Mit dem Manuskript geht es ins Tonstudio. Vor Ort treffen Didi und Dodo eine Regisseurin. Sie heißt Heikedine Körting und hat bereits über 2.000 Hörspiele produziert. Sie hat das Manuskript vorliegen, denn sonst wüsste sie nicht, ob die Sprecher auch den richtigen Text sprechen. Außerdem besitzt sie einen Besetzungsplan, damit sie organisiert, welche Szene wann aufgenommen wird. Es werden nämlich nicht immer alle Szenen nacheinander aufgenommen. Die Geschichte wird in einzelne Szenen unterteilt, die gesondert voneinander aufgezeichnet werden.

Schritt 3

Im Tonstudio ist auch Tontechniker Joachim Dethlof. Er übernimmt die ganze Vorbereitung und stellt die Studiotechnik ein. Dazu gehört auch das Einrichten der Mikrofone, das heißt, sie werden so aufgestellt, dass sie genau die richtige Höhe für die Sprecherinnen und Sprecher haben und auf ihre Stimmlage angepasst sind.

Schritt 4

Von den Fünf Freunden sind heute vier ins Studio gekommen. Der Hund Timmy ist nicht dabei. Warum, das klären wir später auf. Julian wird von Patrick Baehr gesprochen, George von Alexandra Garcia, Dick von Jannik Endemann und Anne von Theresa Underberg. Die vier streichen mit einem bunten Marker die Zeilen im Manuskript an, die ihre Rolle sagen soll. Dann wissen sie immer ganz genau, wann sie dran sind.

Schritt 5

In einem besonderen Raum sprechen sie nun die Dialoge ins Mikrofon, die vom Computer aufgezeichnet werden. Damit die Aufnahme möglichst echt klingt, nehmen sie zusammen auf. Wie Schauspieler im Film. Ist ja ein Hörspiel und da wird miteinander gespielt. Jede Rolle muss so gesprochen werden, dass ihr euch als Zuhörer die Person vorstellen könnt. Nur wenn es richtig echt klingt, entsteht beim Hören auch die Geschichte im Kopf.

Der Raum ist "schalltot", das bedeutet, dass man keine fremden Geräusche hört, nur die Stimmen der Sprecherinnen und Sprecher, Die Regisseurin Heikedine gibt über ein Mikrofon Anweisungen, z. B. wenn Anne noch lauter schreien soll. Sie achtet auch auf die Betonung, die Stimmung und dass sich z. B. George beim Laufen atemlos anhört. Tontechniker Joachim hat auch ein Wörtchen mitzureden. Es muss immer wieder mal nachregeln und korrigieren, damit die Stimmen nicht mal sehr laut und mal sehr leise sind. Oder, wenn eine Aufnahme wiederholt werden muss, weil jemand niesen musste.

Schritt 6

Sechs Tage dauern diesmal die Aufnahmen im Studio. Heikedine und Joachim wählen die besten Aufnahmen aus und bringen sie am Computer in die richtige Reihenfolge. Dazu fügen die beiden noch die Geräusche und die Musik hinzu. Und was ist nun mit Timmy, dem Hund, fragen sich Didi und Dodo. Auch Timmys Bellen kommt aus dem Computer. So benötigt man keinen echten Hund im Studio. Denn der bellt womöglich, wenn er gar nicht soll.

Schritt 7

Wenn alle zufrieden sind, ist das Hörspiel als Datei auf dem Computer fertig. Es kann entweder digital abgespielt werden, z. B. bei einem Streaming-Dienst. Oder die Datei kommt in ein Werk, wo CDs gepresst werden. Für die Umschlaggestaltung, das Cover, denkt sich Hilla eine Szene aus und beauftragt den Illustrator Graham Reynolds, die endgültige Farbvariante mit Pinsel und einer breiten Farbpalette zu malen.

Hast du's gewusst?

Was ist eigentlich der Unterschied zwischen einem Hörbuch und einem Hörspiel?

Ganz einfach erklärt: Ein Hörbuch wird meistens nur von einem Sprecher oder einer Sprecherin gesprochen. Sie oder er liest ein Buch vor. Auch die verschiedenen Personen in dem Buch werden von derselben Person gelesen.

Im Hörspiel werden die einzelnen Figuren der Geschichte von verschiedenen Leuten gesprochen. Häufig gibt es noch einen Erzähler, der berichtet, was zwischen den Dialogen passiert. In Hörspielen hörst du auch Geräusche und Musik. Während im Hörbuch der Vorlesende erzählt, wie jemand eine Türklingel drückt, hörst du im Hörspiel das Klingeln der Haustürklingel.

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Einsendeschluss ist der 16. Januar 2023. 23:59 Uhr.