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Tiere: Hasen und Kaninchen


Dein Freund hat daheim einen Hasen im Käfig? Das kann gar nicht sein! Hasen eignen sich nämlich nicht als Haustiere, sondern leben nur in der Wildnis. Sogar der so genannte „Stallhase“, den die Bauern wegen des leckeren Fleisches züchten, ist eigentlich ein Kaninchen und kein Hase.


Hasen sind im Allgemeinen größer als Kaninchen. Am häufigsten kommt bei uns der Feldhase vor. Er wird 50 bis 57 cm lang, also mindestens einen halben Meter! Ganz schön groß, was? Im Gegensatz zum Kaninchen lebt er auf Feldern und Wiesen und ist ein Einzelgänger. Er besitzt schmale Ohren, auch „Löffel“ genannt, die etwa 10 cm lang sind und damit länger als der Kopf. Der kurze Schwanz (die „Blume“) ist an der Unterseite weiß und an der Oberseite schwarz.


Hasen besitzen kräftige Lauf- und Sprungbeine, mit denen sie bis zu 80 Kilometer in der Stunde laufen können. Die jungen Häschen werden oberirdisch in ausgescharrten Vertiefungen, so genannten „Sassen“, geboren. Wenn sie auf die Welt kommen, haben sie gleich ein Fell und können bereits sehen und sogar laufen.

Bald nach der Geburt sitzen sie oft schon alleine in der Wiese und mümmeln Gras, denn sie sind „Nestflüchter“. Während der ersten drei Wochen kommt ihre Mutter zweimal täglich und säugt sie mit Milch. Bereits nach einem halben Jahr sind die Hasenkinder schon vollkommen ausgewachsen, sprich so groß wie ihre Eltern.

Ein naher Verwandter des Feldhasen ist der Schneehase. Er lebt im Gebirge, zum Beispiel in den Alpen und in Ländern in der Nähe der Arktis (des Nordpols). Schneehasen können fast 70 cm lang werden. Im Winter bekommen sie zur Tarnung ein weißes Fell. Hasen und Kaninchen sind übrigens keine Nagetiere, sondern gehören zur Ordnung der „Hasentiere“.




Kaninchen werden nur etwa 35 bis 45 cm lang und haben eher rundliche Ohren, die kürzer sind als der Kopf. Sie wohnen unter der Erde in selbstgegrabenen Bauten, weit verzweigten Erdhöhlen mit vielen Ein- und Ausgängen.

Kaninchen sind sehr gesellig: Sie leben in „Großfamilien“ mit bis zu mehreren hundert Mitgliedern. Normalerweise kommen sie vor allem in der Dämmerung an die Oberfläche. Bei Gefahr können sie schnell weghoppeln; dabei leuchtet ihr Schwanz weiß auf und warnt alle anderen Kaninchen.


Im unterirdischen Bau werden auch die jungen Kaninchen geboren. Im Gegensatz zu den Hasenkindern kommen sie blind und nackt auf die Welt und können noch nicht laufen. Einen Monat lang muss ihre Mutter sie rund um die Uhr versorgen. Sie wärmt sie und füttert sie alle paar Stunden. Kaninchen sind so genannte „Nesthocker“. Kaninchenweibchen können 5- bis 7-mal im Jahr Junge bekommen. Bei jedem „Wurf“ sind es etwa 4 bis 5 Babys.


Alle Kaninchen stammen vom Europäischen Wildkaninchen ab, das ursprünglich auf der Iberischen Halbinsel (Spanien und Portugal), in Nordafrika und Südfrankreich lebte.



Schon 300 Jahre vor Christus wurden Kaninchen aber zum ersten Mal gezüchtet, damals besonders wegen ihres leckeren Fleisches. Erst seit dem 19. Jahrhundert hält man sie als Haustiere im Käfig.

Die meisten der Rassen, die es heute gibt, entstanden aber im 20. Jahrhundert, das heißt zwischen 1900 und 2000.

 

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