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Osterbräuche


Was fällt dir als Erstes zum Thema Ostern ein? Bunte Ostereier? Der Osterhase?

Obwohl Ostern das wichtigste Fest der Christen ist, sind die meisten Osterbräuche nicht christlichen Ursprungs.




Das Ei war schon im alten Ägypten, in Persien, Rom und Griechenland ein Symbol für Fruchtbarkeit, Leben und Erneuerung. Die Christen übernahmen es als Symbol für die Auferstehung von Jesus, die ja für sie eine ganz besondere Art von Leben und Erneuerung darstellt.


In der Fastenzeit durfte man früher 40 Tage lang keine Eier essen. Diese mussten deshalb bis Ostern haltbar gemacht werden.




Man kochte sie, und um sie später von den rohen Eiern unterscheiden zu können, legte man Pflanzenteile mit ins Wasser. So entstanden die ersten gefärbten Eier.


Aber warum bringt eigentlich der Osterhase die Eier?

Der Hase symbolisiert wie das Ei Leben und Fruchtbarkeit. Das hängt auch damit zusammen, dass er das erste Tier ist, das nach dem Winter wieder Junge zur Welt bringt und sogar ziemlich viele: bis zu 20 im Jahr. Wenn die Menschen die ersten jungen Hasen sahen, wussten sie: Der Frühling ist da!




Dass der Hase die Ostereier bringt, wird aber erst seit etwas mehr als 300 Jahren behauptet. Um 1680 veröffentlichte ein Medizinprofessor aus Heidelberg einen Aufsatz darüber. Zuerst tauchte der Osterhase in der Pfalz auf, dann im Elsass und in Westfalen.

Damals war aber der Hase nicht das einzige Tier, das an Ostern die Eier brachte. In vielen Gegenden Deutschlands, Österreichs und der Schweiz war dafür der Hahn zuständig, in anderen der Storch, der Fuchs oder der Kuckuck.


 

Noch heute werden am Morgen des Ostersonntags bunte Eier und andere Lebensmittel in der Kirche geweiht und danach bei einem festlichen Osterfrühstück verzehrt. Dazu gehören auch ein Hefezopf, Osterbrot oder andere leckere Backwerke, die manchmal die Form eines Lamms, eines Huhns oder eines Hasen besitzen.

Das Osterlamm ist ein Symbol für Jesus und damit für die Kreuzigung und Auferstehung. Ursprünglich stammt es vom jüdischen Passah-Fest, an dem auch heute noch zu Ehren Gottes ein Lamm geschlachtet wird. Auch die Christen dürfen an Ostern zum ersten Mal seit Aschermittwoch wieder Fleisch essen.




Am Abend vor dem Ostersonntag wird an einem geweihten Osterfeuer die Osterkerze entzündet und in die völlig dunkle Kirche getragen. Sie ist Sinnbild für die Hoffnung auf das ewige Leben. Auf der Osterkerze sind Motive wie Kreuze, Bäume, ein Lamm, eine Taube, Sonnenlicht oder Wasser abgebildet. Sie brennt während der gesamten Osterzeit bis Pfingsten sowie bei Taufen und Beerdigungen.


Um an Ostern den Frühling und die aufblühende Natur so richtig zu genießen, treffen sich die Menschen in vielen Ländern im Freien zum Picknick und spielen miteinander. In Italien gibt’s dazu „Torta di Pasquetta“, pikanten Osterkuchen mit Eiern und Spinat.


Ein beliebtes Osterspiel ist das „Eierpicken“ (Deutschland/Österreich) oder „Eiertütschen“ (Schweiz): Dabei schlägt man sein Osterei am spitzen oder stumpfen Ende gegen das seines Gegners. Das Ei, das heil bleibt, hat gewonnen. Oder man spielt „Eierschieben“. Dabei werden die Eier einen Hang hinunter gerollt und müssen in einer Kuhle landen. Kennst du noch andere Osterspiele?


 

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