KNAX macht schlau!

Martinstag


„Laterne, Laterne, Sonne, Mond und Sterne ..." Dieses Lied kennst du sicher! Am 11. November ist es wieder soweit: Da ziehen Kinder und Erwachsene singend durch die Straßen und tragen ein Licht vor sich her. Wie du selber eine schöne Laterne herstellen kannst, erfährst du übrigens im KNAX-Basteltipp!


Aber was wird am 11.11. eigentlich gefeiert? Richtig: das Martinsfest. Der 11. November ist nämlich dem Heiligen Martin (oder auch Sankt Martin) gewidmet. An diesem Tag haben alle Jungs Namenstag, die Martin heißen; auch manche Mädchen namens Martina feiern ihn.


Und wer war der Heilige Martin? Eigentlich hieß er Martin von Tours und war Offizier des römischen Kaisers, also ein hochrangiger Soldat. Er lebte vor über 1.600 Jahren: von 316 bis 398. Geboren wurde er in Ungarn.

Bestimmt weißt du auch, was Martin getan hat.


 

Schon als junger Mann war Martin bekannt und beliebt wegen seiner Großzügigkeit und seiner Freundlichkeit. Als er Offizier des Kaisers war, ritt er einmal im Winter auf seinem Pferd durch die Straßen – da sah er am Straßenrand einen Bettler, der vor Kälte und Hunger zitterte.


Damals kümmerten sich so vornehme Menschen wie die kaiserlichen Offiziere normalerweise nicht um die Armen. Martin wollte dem Bettler allerdings gern helfen. Leider hatte er weder Geld noch etwas zum Essen bei sich – er trug aber einen teuren, roten Mantel. Und was tat er? Er stieg vom Pferd, nahm seinen Mantel ab und schnitt ihn mit seinem Schwert in zwei Teile! Das eine Teil gab er dem Bettler, das andere schlang er sich selbst um die Schultern.

Jetzt weißt du auch, warum bei großen Laternenumzügen oft ein Mann im roten Mantel auf einem Pferd vorausreitet!

Später gab Martin seinen Dienst im römischen Heer auf. Stattdessen wurde er Einsiedler und erzählte den Menschen von Jesus und dem Christentum. 371 machte ihn die Kirche sogar zum Bischof, also zu einem bedeutenden Mann innerhalb der christlichen Kirche. Er selbst wollte das gar nicht. Er wollte lieber als einfacher Mann leben. Als er zum Bischof geweiht werden sollte, versteckte er sich sogar – aber schnatternde Gänse verrieten ihn!



 

Und welche Bedeutung hatte der Martinstag auf dem Land?

Für viele Menschen ist das Martinsfest schon der Anfang des Winters und der Weihnachtszeit. Früher erhielten die meisten Knechte und Mägde auf dem Land an diesem Tag ihren Lohn für das ganze vorige Jahr. Denn nun war die Ernte eingebracht und der Wein gekeltert – der 11. November war also der Abschluss eines „Wirtschaftsjahres" auf dem Bauernhof, bevor der Winter kam.


Hast du auch schon mal eine „Martinsgans" gegessen? Dieser Name hat auch etwas mit den Bauern zu tun. Am 11. November mussten die Bauern nämlich Abgaben an ihre Gutsherren zahlen. Oft taten sie das aber nicht in Form von Geld, sondern bezahlten mit ihren Tieren,  zum Beispiel mit einer Kuh, einem Schwein oder einer Gans. Die Gänse, die zu diesem Zweck geschlachtet wurden, nannte man „Martinsgänse".


In manchen Gegenden Deutschlands, wo vor allem evangelische Menschen leben, kommt am Martinstag der „Pelzmärtel" (also „Pelz-Martin"). Er ist in Pelze gekleidet und mit einer Kette umgürtet und bringt den Kindern Leckereien:

Einen gebackenen „Weckmann" sowie eine Rute mit vergoldeten Nüssen, feinen Lebkuchen und Süßigkeiten. Kommt dir das bekannt vor? Richtig: In katholischen Gegenden erscheint jemand wie der Pelzmärtel am 6. Dezember – und heißt Nikolaus!

Bestimmt kennst du aber die süßen Leckereien, die extra zum Martinstag gebacken werden: Martinswecken („Weckmänner"), Martinsbrezeln oder Martinshörner. KNAX wünscht dir guten Appetit und viel Freude beim Laternenumzug!


 

PS: Der 11.11. ist für diejenigen, die den Karneval nicht erst ab Rosenmontag feiern, ein ganz besonderer Tag: Klicke auf diesen Link, und du wirst erfahren warum!


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