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Bauernhof: Im Frühling

 

„Im Märzen der Bauer die Rösslein anspannt ...“. Sicherlich kennst du dieses alte Volkslied. Heute sieht der Alltag auf einem Bauernhof etwas anders aus. Ein moderner Bauer bestellt seine Felder nicht mehr mit Pferden vor dem Pflug, sondern mit Hilfe hochentwickelter technischer Maschinen. Nach wie vor aber ist der Frühling auf einem Bauernhof eine spannende Zeit, in der es viel zu tun gibt.


Zuerst muss der Landwirt den Boden seiner Felder gründlich vorbereiten, damit er erfolgreich anbauen kann. Schließlich sind auf den Feldern oft schon viele Jahre verschiedene Pflanzen gewachsen, die der Erde wichtige Nährstoffe entzogen haben. Deshalb verteilt er zunächst einmal Gülle oder Mist auf den Feldern, also die Abfallprodukte aus seinem Kuh- oder Schweinestall. Sie enthalten viel Stickstoff und reichern so den Boden wieder mit Nährstoffen an. Das Ganze hat leider nur einen Nachteil und den hast du sicher schon einmal bemerkt: Es stinkt gewaltig!


Als Nächstes pflügt der Bauer das Feld gut durch. Die Pflugschar hinten an seinem Traktor gräbt sich dabei bis zu 30 Zentimeter tief in den Boden. Auf diese Weise wird die Erde gelockert und belüftet, so dass die angebauten Pflanzen gut gedeihen können.




Viele Landwirte spritzen zusätzlich Pflanzenschutzmittel, um Unkraut zu vernichten. Diese Chemikalien sind allerdings giftig und dürfen nur vorsichtig verwendet werden. Viele Menschen möchten heute keine „gespritzten“ Lebensmittel mehr essen. In Bioläden kannst du ungespritzte, also unbehandelte Erzeugnisse kaufen.
 

Auf einem Großteil der Felder bauen die Landwirte im Frühling Getreide an. Bei uns in Europa handelt es sich hauptsächlich um fünf Sorten. Sie hast du sicher schon alle gesehen.

Eine der wichtigsten Getreidearten ist der Weizen. Weizen gibt es in Europa schon seit mehr als 6.000 Jahren und er ist aus unserem Speiseplan nicht mehr wegzudenken. Auch dir begegnet er wahrscheinlich öfter als du denkst. Er steckt zum Beispiel in Brot, Kuchen oder auch Nudeln. Der Sommerweizen wird im März ausgesät, dabei lässt der Bauer die Weizenkörner einfach auf den umgepflügten Boden fallen. Dazu braucht er allerdings eine große Saatmaschine mit einer Menge Weizenkörner. 400 Weizenhalme wachsen nämlich auf einem einzigen Quadratmeter!


Im März sät der Bauer aber auch noch andere Getreidearten wie etwa den Roggen, aus dem ebenfalls Brot gemacht wird, die Sommergerste und den Hafer. Im Allgemeinen gilt Hafer als Pferdefutter. Aber Haferflocken schmecken auch Kindern zum Frühstück, oder?

 

Errätst du, welches die fünfte Sorte ist? Sie gilt als „Wunderpflanze“ unter den Getreidesorten, weil sie sehr anpassungsfähig ist. Es ist der Mais! Denn Mais wächst sowohl im heißen Afrika als auch im kühlen Europa!



Im Frühjahr werden die verschiedenen Arten ausgesät: So genannter Hybrid-Mais ist als Tierfutter vorgesehen. Zuckermais schmeckt gedünstet oder gegrillt. Und Puffmais? Ihn hast du bestimmt schon gegessen – als Popcorn! Das kannst du daraus nämlich sehr einfach herstellen. Erhitze einfach zwei Esslöffel Öl und zwei Esslöffel Puffmais in einem Topf. Bald fängt der Mais an zu „ploppen“. Dann musst du den Deckel gut festhalten! Sobald du nichts mehr hörst, ist dein Popcorn fertig. Nun musst du es nur noch zuckern oder salzen! Lass dir von deiner Mutter dabei helfen.

Warst du schon einmal auf einem Bauernhof? Die beste Zeit, um dort einen Besuch abzustatten, ist sicher der Frühling. Dann nämlich bekommen die Tiere ihren Nachwuchs und die süßen Kleinen sorgen ganz schön für Leben! Manche Tiere bekommen (man sagt auch „werfen“) viele Junge auf einmal. Eine Schweinemama muss sich zum Beispiel oft um zehn oder mehr Ferkel kümmern! Sie hat allerhand zu tun, vor allem weil die Kleinen ständig Hunger haben: insgesamt trinken sie oft bis zu zehn Liter Milch am Tag von ihrer Mutter!


Schafe und Ziegen haben es da ein bisschen leichter. Sie müssen meist nur ein oder zwei Junge versorgen. Ihre Kleinen sind lustig zu beobachten. Denn die kuscheligen Lämmchen tollen nämlich ganz übermütig herum und die frechen Zicklein können aus dem Stand einfach in die Höhe springen – manchmal fast einen halben Meter! So groß sind sie selbst nicht einmal!


Besonders aufregend wird es, wenn eine Kuh kalbt. Anders als bei den übrigen Tieren hilft hier der Bauer bei der Geburt mit. Er packt das Kälbchen an den Vorderbeinen und zieht es heraus.

Weil es bei der Mutter trinken möchte, steht es auch gleich nach der Geburt auf. Natürlich ist es dann aber noch etwas wackelig auf den Beinen!




Kannst du dir denken, warum ausgerechnet im Frühling die kleinen Tiere auf die Welt kommen? Klar! So können sie im Sommer wachsen und stark werden, bevor sie dann einen harten Winter überstehen müssen. Das hat die Natur schlau eingerichtet, oder?


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